„Starke Rentenversicherung gegen Altersarmut“

Allgemein

Rentenexperte Harald Unfried fordert vor SPD-Arge „60 plus“ mehr Sozialversicherung

„Das derzeitige Rentenniveau muss nicht nur stabilisiert, sondern sogar verbessert werden“. Mit dieser Kernaussage wandte sich Harald Unfried, Rentenexperte und Mitglied des SPD-Parteikonvents, an die Zuhörer der SPD-Arbeitsgemeinschaft „60 plus“ aus Stadt und Landkreis Landshut. Dabei erwies er sich als fundierter Kenner dieser Sozialversicherung, die nach seiner Überzeugung am ehesten geeignet sei, eine drohende Altersarmut zu vermeiden.

Das Thema „Rente“ scheint, wie auch diese gutbesuchte Veranstaltung am 3. Mai im AWO-Saal zeigte, viele Mitbürger anzusprechen. Deshalb eröffneten Arge-Vorsitzender Rolf Haucke und die stellvertretende Stadtverbands-vorsitzende Patricia Steinberger diese Veranstaltung auch mit dem Hinweis, dass die SPD bereits in dieser Legislaturperiode Verbesserungen im Renten-recht, beispielsweise die „abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren“ und eine Aufstockung der „Mütterrente“ durchgesetzt hat. 

Einig war sich Patricia Steinberger mit dem Rentenexperten  Harald Unfried auch dahingehend, dass Frauen über ihre Erwerbsarbeit verstärkt eigene Rentenanwartschaften aufbauen sollten. Deshalb müsse dazu auch die Ganztagsbetreuung der Kinder gezielt verbessert werden, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherstellen zu können.

„Das Bemühen, die solidarische Sozialversicherung zukunftsfähig zu machen, wird das zentrale Thema  der Bundestagswahl 2017 sein“, erklärte Harald Unfried. Mit dieser umfassenden Forderung sei die SPD zwar schon bei den Koalitionsverhandlungen 2013 angetreten, aber am Widerstand von CDU/CSU gescheitert. Inzwischen habe aber auch  Horst Seehofer einen Schwenk zu den Vorschlägen des SPD-Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel vollzogen. „Mit dieser späten Erkenntnis wäre, wenn der bayerische Ministerpräsident bereits 2013 diese Meinung vertreten hätte, für viele Millionen Rentner schon heute mehr zu erreichen“, beschrieb Harald Unfried dieses Verhalten des CSU-Vorsitzenden zum Thema „Rente“.

Angesichts der nach seiner Meinung zeitlich noch lange anhaltenden Niedrigzins-Phase wird der Aufbau einer privaten Altersvorsorge beispielsweise über die sogenannte „Riester-Rente“ künftig schwieriger werden, analysierte Harald Unfried. Deshalb gebe es keine ernsthafte Alternative zu einer starken Rentenversicherung, weil die vor 15 Jahren prognostizierte Entwicklung der Finanz- und Kapitalmärkte heute nicht mehr zutreffend ist. Weiter wünscht sich der SPD-Rentenexperte, dass sich Spitzenpolitiker beim Thema „Rente“ vernünftiger ausdrücken sollten. „Es darf weder das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung gefährdet, noch der Eindruck entstehen, dass das Rentensystem ungerecht ist“, mahnte Harald Unfried.

Mit dem bereits verabschiedeten „Rentenpaket“ seien, so der Referent, nur einige Gerechtigkeitslücken geschlossen worden. Nach seiner Meinung könne dies nur der Anfang für eine Wende in der Rentenpolitik sein. Weiter müssten nach jahrzehntelanger Beitragszahlung auch die Rentenansprüche deutlich oberhalb des Sozialhilfeniveaus liegen. Die von der Arbeits-ministerin Andrea Nahles geplante Mindestrente sollte daher noch in dieser Legislaturperiode realisiert werden.

Der einmal mehr von Wirtschaftsverbänden geforderten „Rente mit 70“ erteilte Harald Unfried eine klare Absage. Diese Forderung gehe immer noch an der Lebenswirklichkeit  vorbei, weil jeder vierte Arbeitnehmer wegen gesundheit-licher Probleme vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheidet. Die SPD favorisiere aber flexible Übergänge vom Arbeitsleben in den Ruhestand, die es älteren Menschen erlauben, freiwillig länger im Betrieb zu verbleiben.

Seine dann eifrig diskutierten Ausführungen rundete Harald Unfried auch mit Überlegungen ab, langfristig die Rentenversicherung zu einer allgemeinen Bürgerversicherung auszubauen, in der alle Berufsgruppen einbezogen werden. Hier verwies er auf die dort bewährte Altersversorgung in der Schweiz.

 
 

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