Eine Stunde wie im Europaparlament

Europa

Die Schüler lauschten gespannt den Ausführungen von MdEP Ismail Ertug

MdEP Ismail Ertug besuchte Bucher Schulklassen - "Griechenland wird überleben!"

Europa einmal hautnah - dies erlebten gestern die Schüler der 8. und 9. Klasse der Grund- und Mittelschule Buch am Erlbach. Denn der Europa-Abgeordnete (MdEP) Ismail Ertug stattete den Schülern einen Besuch ab. Er informierte über Europa, die Europäische Union und die Politik auf europäischer Ebene. Er machte auch eine wichtige Aussage auf die kluge Frage des Schülers Johannes Raschel zur Griechenland-Krise. "Ja, Griechenland wird die Krise überleben. Denn Griechenland wird geholfen und muss noch dazu eigene Reformen machen", so Ertug.

Bürgermeister Franz Göbl eilte zusammen mit MdEP Ismail Ertug an die Schule. Beide wurden dort von Schulleiterin Eva Loher herzlich empfangen. Im Klassenzimmer warteten derweil die Schüler der 8. und 9. Klasse zusammen mit Konrektorin Martina Bollwein und Lehrerin Viola Röckl schon sehr gespannt auf den hochrangiger Ehrengast. Schließlich betraten MdEP Ismail Ertug und Bürgermeister Franz Göbl das Klassenzimmer. Göbl informierte dort über die Gemeinde Buch am Erlbach. Er hob besonders die umfassende Bucher Infrastruktur für die Bürger von 0 bis 100 Jahren hervor. Er lobte auch die Bucher Schule, die sich vor einiger Zeit einer Evaluation unterzog und dabei Bestnoten erhielt. Die Schule sei für hervorragend befunden worden. Göbl verschwieg Ertug aber auch nicht, dass man aufgrund der Schülerzahlen um die Bucher Schule kämpfen müsse.

Danach war Ismail Ertug an der Reihe. Er informierte die Schüler zuerst über die Anfänge der Europäischen Union (EU). Der erste Vorläufer der EU war die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, auch Montanunion genannt. Ihr gehörten Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande an. Die Länder vereinbarten, ihre Kohle und Stahlindustrie unter eine gemeinsame Verwaltung zu stellen und nicht länger zu Kriegszwecken gegeneinander einzusetzen. Danach gab es noch die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und die Europäische Atomgemeinschaft. Heute gehören der Europäischen Union 27 europäische Staaten an. Ertug informierte die Schüler auch über die Rechtsetzung in der Europäischen Union. Dort teilen sich drei Institutionen die Rechtsetzungsgewalt auf: Zum einen das Europäische Parlament. Es vertritt die europäischen Bürger und wird von ihnen direkt gewählt. Es besteht aus 754 Mitgliedern, ein Mitglied davon ist Ismail Ertug. Zum anderen der (Minister-)Rat. Dort sind die Regierungen der einzelnen Mitgliedsländer vertreten. Die einzelnen Mitgliedsstaaten übernehmen im Turnus den Ratsvorsitz. Die dritte Institution ist die Europäische Kommission. Sie vertritt die Interessen der gesamten Europäischen Union.

MdEP Ertug informierte auch über seine Arbeitswoche, die voll bepackt ist mit Terminen im Europäischen Parlament, in seinem Heimatwahlkreis und in ganz Ostbayern. Er ermunterte die Schüler im Vortrag auch, eine Ausbildung zu beginnen. Der 37-jährige Ertug wusste dabei, wovon er sprach, hatte er doch eine Ausbildung zum Industriekaufmann und zum Sozialversicherungsangestellten absolviert und danach mit dem Studiengang zum Krankenkassen-Betriebswirt noch Eins drauf gesetzt. Er fragte die Schüler auch, ob sie sich eine Ausbildung außerhalb von Deutschland vorstellen könnten. Überhaupt band der Europa-Abgeordnete die Schüler in seinen Vortrag geschickt mit ein, es war eher ein Dialog statt ein Monolog. Ertug stand anschließend für Fragen der Schüler zur Verfügung. Neben der Griechenland-Krise interessierte die Schüler, wie man Europa-Abgeordneter wird. Ertug musste erst einmal klar stellen, dass Politiker für ihn kein Beruf sei. Denn man könnte auch wieder abgewählt werden. Deshalb sei es vor dem Einsteigen in die Politik wichtig, einen "normalen" Beruf erlernt zu haben. So sei man nicht abhängig von der Politik. Ertugs politische Karriere begann bei den Jusos.

Der sympathisch rüber kommende Europa-Abgeordnete sagte den Jugendlichen auch noch: "Politiker sind auch nur Menschen. Sie haben auch ihre Schwächen. Wie man so schön sagt, sie kochen auch nur mit Wasser.". Angesichts des Personenkults, der oftmals um Politiker betrieben wird, eine wichtige Aussage. Die Jugendlichen wollten auch noch Ertugs Meinung zur Energiewende wissen. Ertug: "Wir würden und freuen, wenn die Energiewende wirklich statt finden würde und nicht nur so halbherzig". Viel zu früh war dann die Schulstunde wieder zu Ende. MdEP Ismail Ertug hatte es auch schon wieder eilig. Denn der Termin in der Bucher Schule war ein Zwischenstopp. Er musste anschließend zum Münchener Flughafen, denn am nachmittag stand bereits schon wieder eine Ausschusssitzung im Europäischen Parlament auf seinem Terminplan. Er hatte auf alle Fälle einen positiven Eindruck hinterlassen, wie Manuel Albrecht sagte: "Es war eine sehr informative Stunde. Mir hat sie sehr gut gefallen".

Landshuter Zeitung vom 23. Januar 2013 / René Spanier

 

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