B 15 neu lebt von Akzeptanz der Bürger

Umwelt & Verkehr

„Interessen der Gemeinden berücksichtigen“– Planung schreitet zügig voran

„Die neue autobahnähnliche Bundesstraße durchschneidet den Landkreis Landshut von Nord nach Süd. Sie bringt viele Chancen mit sich, aber auch eine Menge Probleme.“ Mit diesen Worten eröffnete SPD-Fraktionsvorsitzende Ruth Müller die Verkehrskonferenz, zu der die SPD-Kreistagsfraktion alle Mitglieder der an der Trasse liegenden Gemeinden nach Ohu eingeladen hatte. Gerade die Sorgen und Ängste der Bevölkerung in diesen Gebieten aufzunehmen und in die politische Auseinandersetzung einzubringen sei Ziel der gut besuchten Veranstaltung. Nachdem ein zentraler Brennpunkt im Ort Ohu-Ahrain liege, sei man hier zusammengekommen. Es gehe nicht darum, Befürworter der Straße zu Gegnern zu machen oder umgekehrt; jeder solle seine Meinung behalten. Die Diskussion diene dazu, mehr über die Beweggründe der jeweils anderen Seite zu wissen.

Kreisrat Peter Barteit stellte zunächst den aktuellen Sachstand dar. Die Planungen der B 15 neu liefen nunmehr seit mehr als vier Jahrzehnten. Seit der Regierungszeit sozialliberaler Koalitionen unter den Kanzlern Brandt und Schmidt sei die Straße größtenteils in höchster Dringlichkeit im Bundesverkehrswegeplan verankert. Damit habe der Deutsche Bundestag die Bedarfsfrage zweifelsfrei geklärt. Kein Gericht sei daher berechtigt, die Notwendigkeit der Baumaßnahme infrage zu stellen. Durch Gutachten sei festgestellt, die neue Straße werte durch die Vernetzung von sechs Autobahnen das gesamte westliche Niederbayern wirtschaftlich auf. Seit drei Jahren liefen die Bauarbeiten im nördlichen Abschnitt; dieser werde im Jahr 2011 in Höhe von Neufahrn fertig gestellt sein. Als großen Erfolg wertete es der Redner, dass bereits im laufenden Jahr mit ersten Bauarbeiten im nächsten Teilstück zwischen Neufahrn und Ergoldsbach begonnen werde. Damit sei sichergestellt, dass der Straßenbau nach dem ersten Bauabschnitt zügig weitergehe.

Vorentwurf bis Geisenhausen fertig

Sollte die B15 neu an einem der geplanten Streckenabschnitte enden, werde eine erhöhte Verkehrsflut durch die jeweils südlich davon gelegenen Ortschaften treffen. „Und deren gibt es schließlich genug“, stellte Peter Barteit fest. Rund 40 Kilometer der gesamten Strecke der bestehenden B 15 führten durch eine von 30 geschlossenen Ortslagen. So sei es wichtig, dass die Autobahndirektion bereits jetzt den Vorentwurf für die Weiterführung südlich Essenbachs bis Geisenhausen abgeschlossen habe. Im unmittelbaren Ortsbereich von Ohu werde die Trasse abgesenkt und auf Forderung der Marktgemeinde mit einem Deckel geschlossen. Die unter dem besonderen Schutz eines FFH-Gebietes stehenden südlichen Isarhangleiten würden mit einem Tunnel unterquert. Damit sei diese bedeutsame ökologische Barriere kein Hindernis mehr. Abschließend wies der Kreisrat auf den erheblichen Klärungsbedarf für den Abschnitt Geisenhausen – Schwindegg einschließlich der Vilstalspange hin. Möglicherweise sei hier wegen eines weiteren FFH-Gebietes im Isental ein ergänzendes Raumordnungsverfahren erforderlich. Daher sei es wichtig, auf eine baldige Fortsetzung der seit mehr als zehn Jahren ruhenden Planungen zu drängen.

Belastung in Ohu nicht zumutbar

SPD-Ortsvorsitzende Martin Hujber stellte ergänzend dazu die Probleme heraus, die der Straßenneubau im südlichen Bereich der Marktgemeinde Essenbach mit sich bringe. Gerade hier verlaufe die geplante Trasse im unmittelbaren Bereich der Wohnbebauung. Mit dem gedeckten Trog allein lösten sich die Belastungen der Bevölkerung nicht in Luft auf. Allein das Absenken der Straße auf einer Länge von etwa 1000 Metern erfordere massive Eingriffe in das oberflächennahe Grundwasser. Dadurch seien negative Auswirkungen auf Wohnbebauung und Landwirtschaft zu befürchten. Die massive Lärmbelastung, durch das Autobahnkreuz und die Brückenquerung von Isar und Isarauen sei nicht zumutbar, von der zusätzlichen Abgasbelastung ganz zu schweigen. Daher plädiere die Marktgemeinde nach wie vor für eine Versatzlösung, die ein Ende der B 15 neu an der Autobahn A 92 vorsieht, mit Ableitung des Verkehrs auf der A92 und Fortführung etwa im Raum Moosburg/Freising

Stadtrat Klaus Kerscher aus Vilsbiburg argumentierte dagegen, der Wirtschaftsraum im Süden des Landkreises dürfe nicht von einem direkten Anschluss an das Autobahnnetz abgeschnitten werden. Peter Barteit ergänzte, mit dem so genannten Querversatz werde die Stadt Landshut zwangsläufig durch erheblich mehr Verkehr belastet. Kein Lkw-Fahrer beispielsweise mit Ziel Chemiedreieck bei Burghausen werde den Umweg über Freising akzeptieren. Außerdem habe Karin Roth, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium bereits im Juli 2007 bei einem Besuch in Essenbach derartige Gedankenspiele kategorisch abgelehnt.

Karin Roth kommt nochmals

Gemeinderat Franz Sedlmeier aus Neufahrn brachte erneut die Notwendigkeit ins Gespräch, das neue Industriegebiet südlich des Ortskerns besser an die B 15 neu anzubinden. Hier seien in den langen Jahren der Planungen neue Fakten eingetreten. Außerdem müsse der Verkehr aus dem Raum Mallersdorf/Geiselhöring an Neufahrn vorbeigeleitet werden. Gemeinderat Gerd Dohnke befürchtet für Geisenhausen erhebliche Nachteile, wenn die neue Straße für längere Zeit bei Johannesbergham ende. Harald Unfried sicherte zu, dass sich Karin Roth in diesem Jahr nochmals über die aktuelle Situation in Ohu-Ahrain und Neufahrn informieren wird. Der Bundestags-Kandidat zeigte sich zuversichtlich, dass die geschilderten Probleme der Lärmemission und des Grundwassers bei den nächsten Planungen berücksichtigt werden. „Die B15 neu lebt auch von der Akzeptanz der Bürger an der Trasse“, so Unfried abschließend.

 

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