Ruth Müller und Sebastian Hutzenthalerbeim traditionellen Fischessen der Altdorfer SPD“Aschermittwoch” der Altdorfer SPD - Ruth Müller und Sebastian Hutzenthaler sprachen
“Bayerns Wirtschaft ist stark, die Arbeitslosenzahlen sind niedrig. Unternehmerische Spitzenleistungen und Innovationen sowie fleißige Arbeitnehmer bringen diesen Erfolg”, erklärte die SPD-Kreisvorsitzende Ruth Müller beim traditionellen Fischessen der Altdorfer SPD. Hierbei kritisierte sie aber auch die schwarz-gelbe Staatsregierung, die unverdienterweise mit diesem Erfolg prahle und auf diese Weise diesen hart erarbeiteten Wohlstand gefährde.
Die Veranstaltung im “Frauenbauer“-Saal eröffnete Hans Seidl mit der Feststellung, dass mit den niederbayerischen Veranstaltungen am Aschermittwoch sich bereits der Wahlkampf für die Wahlen im September ankündige. “Die Menschen würden mehr solidarische Gerechtigkeit erwarten”, drückte der SPD-Ortsvorsitzende die Hoffnung vieler Bürger aus. “Viele Arbeitnehmer und Rentner haben im vergangenen Jahrzehnt einen Kaufkraftverlust hinnehmen müssen“.
“Die CSU hat im Geiste des Neoliberalismus in den vergangenen zwanzig Jahren 49 staatseigene Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen für rund 7,3 Milliarden Euro verscherbelt“, prangerte Ruth Müller an. “Das ist unter dem Strich noch nicht einmal ein Bruchteil von dem, was die CSU beim “Landesbank-Desaster” an bayerischem Volksvermögen vernichtet hat. Und das auch noch in kürzester Zeit”. Die Politikerin nannte hier stolze Unternehmen wie Bayernwerk, Bayerngas, OBAG, Bayerische Versicherungskammer, Deutsche Aerospace und die Staatliche Molkerei Weihenstephan.
Das “Landesbank-Desaster” zieht seine Kreise bis nach Altdorf, stellte Ruth Müller weiter fest. So müssen nun die Mieter der 206 in Altdorf befindlichen GBW-Wohnungen um ihr “Dach über dem Kopf” bangen. Der Freistaat Bayern weigert sich, hier tätig zu werden. Die großspurig angekündigte “Sozialcharta XXL” schützt zwar die Käufer und Verkäufer, aber nicht die Mieter, schimpfte die SPD-Kreisvorsitzende.
Der bayerischen Schulpolitik widmete sich Sebastian Hutzenthaler, 2.Bürgermeister aus Ergoldsbach. Der Pädagoge, der 17 Jahre lang an der Hauptschule Altdorf unterrichtete und jetzt Rektor der Mittelschule Schönbrunn ist, sieht für die zur Mittelschule umbenannten Altdorfer Schule eine gute Zukunftsfähigkeit. “Für den ländlichen Raum ist diese Perspektive, wegen zu wenigen Schülern, aber nicht so erfreulich”, zeigte sich der Redner überzeugt. Nach seiner Schilderung werde es zu mehr “Schülertourismus” und damit zu einem “Konjunkturprogramm” für die Busunternehmen kommen.
Im Verlauf seiner Rede plädierte Sebastian Hutzenthaler für eine Aufwertung der wohnortnahen Schulen. “Die Bindung der Jugend zu ihrem Heimatort muss erhalten bleiben”. Die Lösung wäre die Gemeinschaftsschule, analysierte der Pädagoge. Er verwies darauf, dass der Schulstress beim Übertritt in weiterführende Schulen Eltern, Kinder und Lehrerschaft belaste.
“In Bayern ist die Schulqualität gut, aber das System ungerecht“, führte Sebastian Hutzenthaler weiter aus. “Die Bildungsgerechtigkeit darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein”. Deshalb sei die Abschaffung der Studiengebühren richtig. Der Politiker forderte aber auch finanzielle Verbesserungen für die berufliche Bildung.
Mit dem Appell, die Landtags- und Bundestagswahl auch für einen Richtungswechsel in der Politik zu nutzen, beendete stellvertretende Landrätin Christel Engelhard diese Veranstaltung. Weiter warb sie auch für eine bessere Zusammenarbeit von Landkreis und Stadt Landshut.