„Preisgünstige Mietwohnungen werden weniger“

Presse

SPD/PLW-Fraktion mit der SPD-Abgeordneten Ruth Müller (4. v. r.) und der ehem. GBW-Angestellten Brigitte Kollmannsberger

SPD/PLW-Fraktion unterwegs in Altdorf-Süd mit der Landtagsabgeordneten Ruth Müller

Auch in der Marktgemeinde Altdorf herrscht eine große Nachfrage nach preisgünstigen Mietwohnungen. Vor diesem Hintergrund informierte sich die SPD/PLW-Fraktion mit ihrer Vorsitzenden Sabine Wimmer in Altdorf-Süd über die Entwicklung des Sozialwohnungs-Bestands, wobei sich dazu auch die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller, die stellvertretende Landrätin Christel Engelhard, 2.Bürgermeister Georg Wild und die ehemalige GBW-Angestellte Brigitte Kollmannsberger eingefunden haben.

Laut der Abgeordneten Ruth Müller hatte die GBW in der Region Landshut im Jahre 2013 rund 1200 Wohnungen, davon etwa 250 Sozialwohnungen in Altdorf-Süd. Mit dem bayernweiten Verkauf der etwa 32000 GBW-Wohnungen wurde die damals in einer finanziellen Schieflage befindliche Landesbank saniert. „Das geschah mit Zustimmung des heutigen Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder“, erklärte die SPD-Abgeordnete. Durch diese Privatisierung wird der Sozialwohnungsmarkt weiter ausgedünnt. Dagegen hat die SPD, so Ruth Müller, stets gefordert, diese Sozialwohnungen in öffentlicher Hand zu behalten.

In Altdorf-Süd werden, so die stellvertretende Landrätin Christel Engelhard, die ersten GBW-Wohnungen ab 2019 aus der Mietpreisbindung herausfallen. Für die letzten Wohnungen wird dies dort 2024 der Fall sein. Mit dem Auslauf der Mietpreisbindung hat die Landkreisverwaltung keinen Anspruch mehr, Mietwohnungs-Interessenten auf eine Vormerkliste setzen zu lassen. „Wir müssen davon ausgehen, dass sich der sowieso schon angespannte Mietwohnungsmarkt dann noch weiter verschärfen wird“, befürchtet 2.Bürgermeister Georg Wild.

Von einem einst guten Kontakt zur GBW berichtete Altbürgermeister Josef Sehofer, der erwähnte, dass er während seiner Amtszeit verständnisvoll mit der ebenfalls bei diesem Vor-Ort-Termin anwesenden GBW-Angestellten Brigitte Kollmannsberger zusammengearbeitet habe. Beide zeigten sich nun davon überzeugt, dass die Zahl der Mietwohnungs-Interessenten, die auf dem freien Wohnungsmarkt kaum Chancen haben, weiter zunehmen wird. Gerade Kommunen sind dann diejenigen, die vorrangig die obdachlos gewordenen oder werdenden Mitbürger unterbringen müssen.

Aus politischer Sicht durchleuchtete Ruth Müller diese Wohnungssituation. Sie schilderte, dass die SPD-Landtagsfraktion nun einen Untersuchungsausschuss beantragt hat, der klären soll, warum Ministerpräsident Markus Söder die vielen GBW-Wohnungen verkaufen hat lassen und nicht in öffentlicher Hand behalten hat. Die Abgeordnete befürchtet, dass die bisher günstigen Wohnungen in Altdorf-Süd auch von Mieterhöhungen oder im Einzelfall sogar von Entmietungen betroffen sein werden.

„Wir brauchen dringend eine Wohnungsbau-Offensive durch den Freistaat Bayern“, forderte die Abgeordnete Ruth Müller. Wenn der neue Ministerpräsident jetzt eine Wohnungsbaugesellschaft mit dem Namen „Bayern Heim“ gründen möchte, dann ist schon die Frage erlaubt, warum er als Finanzminister die GBW-Wohnungen verscherbelt hat. Zudem sei das Ziel der Staatsregierung, bis zum Jahr 2025 gerade einmal 10000 Wohnungen zu bauen, kein probates Mittel gegen die zunehmende Wohnungsnot im Freistaat Bayern. Die SPD-Landtagsfraktion sehe hier einen wesentlich höheren Neubaubedarf.

 
 

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