Hans Seidl, MdL Ruth Müller, stellv. Landrätin Christel Engelhard, Sabine Wimmer und 3. Bürgermeister Georg Wild“SPD-Parteilose Wähler” sehen Eckdaten für Geothermie-Projekt nicht euphorisch"
Die Geothermie ist im sprichwörtlichen Sinn ein “heißes Eisen”. Das erklärte 3.Bürgermeister Georg Wild. Nach seinen Worten lassen die heute bekannten Eckdaten zu diesem Fernwärme-Vorhaben nicht euphorisch in die Zukunft blicken. Dabei verdeutlichte der Spitzenkandidat von “SPD-Parteilosen Wählern”, dass die Sozialdemokraten schon zu den beiden Bürger-meisterwahlen 2008 und 2012 zu einer realistischeren Beurteilung des Fernwärme-Vorhabens geraten haben. Jetzt gelte es, dass Bürgermeister und Marktgemeinderat das hier verloren gegangene Vertrauen wieder zurückgewinnen.
Diese dreistündige Wahlkampf-Auftaktversammlung von “SPD-Parteilosen Wählern” am14 Februar im Gstaudacher Gasthaus Huber eröffnete Hans Seidl mit einem Bekenntnis zu einer sachlichen Aus-einandersetzung auch im Wahlkampf. “Wir suchen das Gespräch mit den Bürgern”, bekräftigte der SPD-Ortsvorsitzende, der sich deshalb darüber freute, dass es gelungen sei, eine gemeinsame Liste von Sozialdemokraten und Parteilosen aufstellen zu können. “Die Kommunalpolitik muss nämlich Sach-politik bleiben”.
“Nach einer sechsjährigen Wahlperiode ist es auch erlaubt, sich der damaligen Ausgangslage zu erinnern”, betonte Georg Wild. “Die CSU-Ankündigungen, einen Investor für ein Thermalbad zu haben und eine Fernwärmever-sorgung aufzubauen, wurden nicht erfüllt”. Weiter hat eine Mehrheit des Marktgemeinderats eine Kehrtwende bei der Bewerbung um das inzwischen in Ergolding errichtete Landkreis-Gymnasium gemacht, berichtete der Kommunalpolitiker. Nach seinen Angaben sei schon während der Ära von Bürgermeister Josef Sehofer noch ein Antrag für dieses Gymnasium gestellt worden.
“Eine Gestaltungsmehrheit im Marktgemeinderat war in der Vergangen-heit zumeist nicht zum Vorteil für die Kommune”, führte Georg Wild weiter aus, weil dann Entscheidungen nicht aus unterschiedlichen Sicht-weisen gefällt werden. “Wir haben keine Angst vor der Bürgermeinung”, unterstrich der Kommunalpolitiker, der auf vielfältige Aufgabenstellungen einging. Für die kommenden sechs Jahre erhofft er sich eine Fortentwicklung der Marktgemeinde. “Dem noch ungewissen Aufbau einer Fernwärme-Versorgung dürfen ebenso drängende Vorhaben, wie beispielsweise die Grundschulsanierung, nicht geopfert werden”.
Auch Hans Wagner, stellvertretender SPD-Ortsvorsitzender, mahnte dazu, eine finanzpolitisch handlungsfähige Kommune zu erhalten. “Der Marktgemeinde-rat ist dazu da, den Bürgermeister und die Verwaltung zu kontrollieren”. Ergänzend meinte Christoph Wiselsperger, eine Kommune dürfe bei nicht zu Pflichtaufgaben gehörenden Investitionen nicht anders wie die private Wirt-schaft entscheiden. Oft mehr und rechtzeitigere Informationen von der Verwaltung wünscht sich Fraktionssprecher Manfred Leneis.
Die stellvertretende Landrätin Christel Engelhard bezog sich in ihrer Rede auf die erfolgreiche Kommunalpolitik während der Ära von Bürgermeister Josef Sehofer. Das geplante Geothermie-Projekt habe sie, so die Landratskandidatin, als nie wirtschaftlich gesehen. “Ich erwarte mir dazu vom Marktgemeinderat mehr Realitätssinn”. Nachdrücklich erklärte die Kommunalpolitikerin, Marktgemeinde und Landkreis müssen sich weiter auf den demographischen Wandel einstellen. Nach ihren Worten sei hier im ländlich geprägten Landkreis in den vergangenen Jahren im Bereich der Krankenhäuser, Seniorenheime, Schulen und Kindertagesstätten schon viel geschehen.
Die Landtagsabgeordnete Ruth Müller rundete diese Versammlung mit Informationen aus der Landespolitik ab. Hier kritisierte sie die bayerische Schulpolitik, wie sie gerade in diesen Tagen mit Verlaut-barungen zur Einstellungspraxis für Pädagogen kundgetan worden ist. Auch die wankelmütige Energie-Wende in Bayern ist kein Ruhmesblatt für die CSU-Politik.