Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern“ wieder in der Region

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Auftaktveranstaltung findet an der Rottenburger Realschule statt

Bereits im Dezember 2009 beschloss der SPD-Arbeitskreis Labertal, für den Sommer 2010 wieder die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung "Rechtsradikalismus in Bayern" wieder in die Region zu holen. Eine der ersten Schulen, die auf die Anfrage der SPD-Kreisvorsitzenden Ruth Müller zusagten, war die Rottenburger Realschule, und dort findet nun auch gleich nach den Pfingstferien die Auftakteröffnung mit Dr. Andreas Angersdorfer von der Universität Regensburg für die vierwöchige Tour durch vier Landkreise in den nächsten vier Wochen statt. Die Schulen in den Gemeinden Aufhausen, Mengkofen und Rain folgen im wöchentlichen Wechsel.

Die demokratiefeindlichen Rechtsextremisten mit ihrem menschenverachtenden Weltbild scheinen ein fester Bestandteil des politischen Alltags zu werden. Sie müssen als Dauerproblem unseres demokratischen Gemeinwesens begriffen werden auch in Bayern, deshalb wurde diese neue Ausstellung konzipiert. Von Murnau bis Lohr a. M. sind Neonazis und Skinheads öffentlichkeitswirksam präsent. Das Erscheinungsbild und das Auftreten, vor allem der NPD und ihrer Jugendorganisation „JN“ (Junge Nationaldemokraten), hat sich gewaltig gewandelt. Ihre Propaganda zielt in jüngster Zeit verstärkt auf Jugendliche und junge Heranwachsende. Mit dem „Projekt Schulhof“ („Den Nationalismus in die Schulen tragen“), mit kostenlosen „Schulhof- CDs“ (die vor den Schulen verteilt werden), mit Skinhead- Konzerten, dem „Braunen Lifestyle“ usw. versuchen Rechtsextremisten eine rechte Jugendkultur zu fördern. Die Ausstellung soll über Strukturen und Strategien des Rechtsextremismus aufklären, zur inhaltlichen Auseinandersetzung und zum konkreten Handeln vor Ort anregen, ist die Intention der der Regensburger Niederlassung der Friedrich- Ebert- Stiftung.

Die Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern“ mit dem Untertitel "Demokratie stärken. Rechtsradikalismus bekämpfen" zeigt auf 15 Schaubildern die aktuellen, wichtigsten rechtsradikalen Entwicklungen in Bayern auf: rechte Parteien, regionale Vernetzungen, Neue Rechte, rechte Frauen- Szene, Internet, Vorfälle. Ein besonderer Akzent wurde auf die rechte Jugend- Szene gelegt: Rechtsextreme Musikszene, „Brauner Lifestyle“ und seine Symbole, das „Projekt Schulhof“ usw.

Auf den letzten 4 Tafeln „Was kann man dagegen tun?“ werden verschiedene Formen, Aktionen und Initiativen vorgestellt, die sich für die Abwehr des Rechtsextremismus engagieren und gleichzeitig demokratisches Bewusstsein und die Bereitschaft zum zivilgesellschaftlichen Engagement wecken wollen.

Die Dokumentation stützt sich auf wissenschaftliche Untersuchungen, die eine Zunahme rechtsextremer Einstellungen und Auftritte belegen. "Deshalb müssen wir Augen und Ohren offen halten und dürfen nicht unterschätzen, dass rechtsradikale Gruppierungen wieder vermehrt versuchen, Jugendliche anzusprechen, nicht nur irgendwo in Deutschland sondern auch in unserem unmittelbaren Umfeld. Die Ausstellung "Rechtsradikalismus in Bayern" beschäftigt sich mit dem Erscheinungsbild des Rechtsextremismus in der heutigen Zeit.

Im historischen Kontext steht 65 JAhre nach Kriegsende die Ausstellung über das Leben und Wirken Dietrich Bonhoeffers, die seit 17. Mai ebenfalls in der Region gezeigt wird und auch im Landkreis Landshut an zwei Stationen zu sehen sein wird: Ab 13. Juni in der evangelischen Kirche in Neufahrn und ab 27. Juni in der Rottenburger Dreieinigkeitskirche. Mit diesen beiden Aktionen ist es dem SPD-Arbeitskreis Labertal gelungen, unter dem Motto "Erinnern gegen das Vergessen" eine breit angelegte Aktion zu starten, die viele gesellschaftliche Gruppen und Altersklassen erreicht, so Ruth Müller.

 

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